Unterstützung Osteuropa e.V.

Das Projekt „Zurück ins Leben”:

Flyer zum Download (pdf-Dokument, 2012)

Hilfe für vergessene missbrauchte Frauen und ihre Kinder
Die aktuelle Lage 
Die Ziele unseres Hilfsprojekts
Vier aktuelle Schwerpunkte
  
1. Das Therapieprogramm
  
2. Die Business-Schule: Ausbildung und Arbeit für die Frauen
  
3. Kinder- und Jugendhäuser 
  
4. Agrarprojekte 
Fallbeispiele
Werden Sie Pate für das Projekt!
Aktionen



Hilfe für vergessene missbrauchte Frauen und ihre Kinder

Während des Krieges im ehemaligen Jugoslawien wurden Zigtausende von bosnischen Mädchen und Frauen in Konzentrations- und Vergewaltigungslager oder Privathaft verschleppt, dort systematisch gefoltert und missbraucht. Viele Frauen waren danach schwanger.
Wir wollten wissen: Was ist aus ihnen geworden? Wir haben recherchiert:

  • 1000 kriegsvergewaltigte Frauen leben nach offiziellen Angaben allein in Sarajewo.
  • 700 Kinder aus Vergewaltigungen, die dort bei ihren Müttern leben, sind bekannt.
  • Tausende von Kindern wurden in den vergangenen Jahren zur Adoption freigegeben.
  • zum SeitenanfangÜber die restlichen Kinder wird geschwiegen.


Die aktuelle Lage



Wir kooperieren mit der „Vereinigung der ehemaligen KZ-Insassen und Folteropfer“ in Sarajewo. Ihr gehören allein 6000 Betroffene in der Region von Sarajewo an. In ganz Bosnien-Herzegowina sind etwa 250.000 Kriegsopfer bekannt.
Die Organisation wird vom bosnischen Ministerium für Kriegsveteranen unterstützt.
Der Verein hilft uns beim Organisieren vor Ort und lädt besonders hilfsbedürftige Frauen zu Gesprächen und Hilfsgüterverteilungen ein.

Im Dezember 2003 waren erstmals neun Vereinsmitglieder vor Ort. Durch Einzelgespräche mit 80 betroffenen Frauen konnten wir uns ein Bild von ihrer Situation machen:
Noch jetzt, 10 Jahre nach Kriegsende, sind diese Frauen und Kinder schwer traumatisiert.
Die Überlebenden der ständigen Folterungen und Vergewaltigungen kehren oft nicht in ihre Heimatorte zurück, da ihre Peiniger meist noch auf freiem Fuß sind und häufig sogar hohe Ämter einnehmen.
Die meist muslimischen Frauen haben nur sehr vereinzelt psychotherapeutische Hilfe erhalten. Viele sind selbstmordgefährdet und können nur mit starken Beruhigungsmitteln überleben.



Zur seelischen Not kommt die Armut. Es fehlt an allem:
Viele Ehemänner sind tot, vermisst oder schwer krank, so dass die Frauen – wenn sie nicht sowieso allein leben – oft die Familie ernähren müssen. Bei über 40 Prozent Arbeitslosigkeit haben sie dazu kaum eine Chance. Das Essen aus der Armenküche reicht kaum zum Überleben. 
Viele Frauen leben in feuchten Kellern oder leer stehenden Häusern, sie schlafen auf dem Fußboden, haben oft weder warme Decken noch Strom und sauberes Wasser.
Wer in einem Kollektivzentrum unterkommen konnte, wohnt mit der ganzen Familie in einem kleinen Zimmer. Bad und Küche werden von Hunderten geteilt. Hier hat kaum jemand eine Privatsphäre. Manche Frauen leben immer noch in Flüchtlingslagern. 
Auch die Kinder haben keinerlei soziales Netz und leiden an schweren seelischen Schäden. 
Der bosnische Staat hat kaum Geld. Auch internationale Förderungen laufen aus. Das weltweite Interesse für diese Kriegsopfer sinkt.
So sind diese bosnischen Frauen und Kinder verlassen und vergessen.
Dzum Seitenanfangiese Menschen brauchen dringend und langfristig unsere Hilfe. Jetzt!


Die Ziele unseres Hilfsprojekts

„Zurück ins Leben“ hat vor allem das Ziel, den Frauen und ihren Familien zu helfen,

  • ihre traumatischen Erlebnisse zu verarbeiten
  • sich wieder eine selbstbestimmte Existenz sowie
  • zum Seitenanfangein stabiles soziales Netz aufzubauen.

Vier aktuelle Schwerpunkte
Derzeit konzentrieren wir uns auf die folgenden Bereiche:

1. Das Therapieprogramm für die Frauen und Kinder
Therapeutinnen, Erzieherinnen und Kindergärtnerinnen, die speziell für die Arbeit mit traumatisierten Menschen ausgebildet sind, kümmern sich kontinuierlich um die zum SeitenanfangBetroffenen. >>>
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2. Die Business-Schule: Ausbildung und Arbeit für die Frauen



Wir unterstützen die Frauen, sich nach eigenem Wunsch und mittels ihrer handwerklichen Fähigkeiten eine unabhängige wirtschaftliche Existenz aufzubauen.
Dazu wurde die Business-Schule ins Leben gerufen. >>>
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3. Kinder- und Jugendhäuser
In diesen Kinder- und Jugendhäusern soll den Kindern geholfen werden, eine positive Lebensperspektive zu erhalten. Die Kinder werden unterstützt, diese in ihrem Leben umzusetzen

4. Agrar-Projekt
In den Regionen Gorazde und Bratunac unterstützen wir die bosnischen Heimkehrer, sich in der Landwirtschaft wieder eine Existenz aufzubauen. >>>
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Fallbeispiele aus Sarajewo 

Die Namen der folgenden sechs Frauen haben wir aus Datenschutzgründen geändert.

Nermina
Nermina wurde mit ihren drei Kindern in ein KZ verschleppt und über einen längeren Zeitraum immer wieder vergewaltigt. Ihr Mann ist seit über zehn Jahren vermisst. Ein eigenes Einkommen hat sie nicht. Derzeit wohnt Nermina mit Ihren Kindern zur Untermiete, doch bald muss sich die Familie eine neue Bleibe suchen. Aus Angst kehrt Nermina nicht in ihr Heimatdorf zurück. Sie würde beim Internationalen Gerichtshof in Den Haag aussagen.

Alma
Almas Mann wurde verhaftet, ermordet und später in einem Massengrab gefunden. Der Sohn kämpfte in der Armee. Sie selbst war mit ihrer Enkelin im KZ.
Alma bekommt umgerechnet 70 Euro Pension im Monat. Sie lebt alleine in einer fremden Wohnung ohne Bett. Jeden Tag fürchtet sie aufs Neue, dass man sie hinauswirft. Auch vor der Herzoperation, zu der ihr geraten wurde, hat Alma Angst: Sie leidet unter einem Herzfehler, Angina pectoris und Asthma.

Elvedina
Elvedina hat eine 10-jährige Tochter, die aus einer Kriegsvergewaltigung stammt. Über das Mädchen spricht Elvedina nicht, sie versteckt das Kind. Sie leidet unter schweren Depressionen und wünscht sich dringend psychotherapeutische Hilfe, doch es gab bisher keine Möglichkeit. Sie ist zu krank zum Arbeiten, bekommt aber mit 44 Jahren noch keine Rente. 

Fata
Fata ist vor fünf Monaten Witwe geworden: Ihren Mann, der im KZ zum Invaliden wurde, hat sie eineinhalb Jahre gepflegt. Mit ihrem Einkommen von umgerechnet 140 Euro ernährt die 41-Jährige ihre Familie mit den drei schulpflichtigen Kindern.

zum SeitenanfangSenada
Die 43-ährige wäre fast an den schweren Misshandlungen im KZ gestorben. Noch heute sind auch Senadas körperlichen Wunden nicht zugeheilt. Dreimal täglich nimmt sie starke Beruhigungsmittel. Es fehlt an Geld dafür, auch die Wundsalben kann sie sich kaum kaufen. Senada lebt zusammen mit ihrem zehnjährigen kranken Sohn und ihrer Mutter.
 

Elda
Die ganze Familie der 55-jährigen Elda war im KZ: sie selbst, ihr Mann, ihr Sohn und die sogar ihre beiden Enkel, die damals erst drei und sechs Jahre alt waren. Eldas Mann hat die Haft nicht überlebt, ihr Sohn ist zu 70 Prozent invalide. Die Schwiegertochter ist arbeitslos. Irgendwie haben sie es geschafft, ihr zerstörtes Haus teilweise wieder bewohnbar zu machen. Doch es fehlt an Baumaterial, und es gibt kaum Platz für alle. Elda leidet an Diabetes: Weil ihre Sehkraft immer schwächer wird, fällt ihr die Arbeit als Kindergärtnerin schwer.


Weitere Schicksale können Sie nachlesen
in dem Buch
„Zurück ins Leben“


Kriegsvergewaltigte Frauen und ihre Kinder in Zenica

Im Dezember 2003 waren wir auch wieder in Zenica. Auch dort sprachen wir wieder mit den Betroffenen.

Mit dem Verein Medica mondiale, der in Zenica ein Frauentherapiezentrum und einen Kzum Seitenanfangindergarten unterhält, kooperieren wir bereits seit Jahren. 


 
Werden Sie Pate für das Projekt „Zurück ins Leben“

Warum Projektpatenschaft?

Neben der materiellen Unterstützung ist das Ziel der Projektpatenschaft vor allem, die Isolation der vergewaltigten, missbrauchten Frauen und ihrer Familien aufzubrechen.

Durch den beständigen persönlichen Kontakt mit Menschen aus Deutschland – etwa in Form eines Päckchens oder Briefes – werden die Betroffenen Schritt für Schritt ermutigt, „zurück ins Leben“ zu gehen. 


Was ist eine Projektpatenschaft?

Als Projektpate oder –patin haben Sie zwei Dinge zu tun:
1. Sie spenden einen festen Betrag pro Jahr und
2. Sie senden mindestens einmal jährlich ein Päckchen.
Jeder Projektpate erhält von uns die Adresse(n) einer Frau, einer Familie oder eines Kindes. Ein Päckchen im Jahr zu senden ist das Minimum. Sie entscheiden frei, auf welche Art Sie diese Menschen weiterhin fördern und den persönlichen Kontakt halten. 
Darüber hinaus gehen Sie keine rechtliche Verpflichtung ein. 


zum SeitenanfangWer kann Pate werden?

Privatpersonen, Gruppen, Gemeinschaften oder Firmen können eine Projektpatenschaft übernehmen.


Wofür werden die Patenschaftsbeiträge verwendet?

Dieses Geld wird verwendet für:

  • alle Frauen/Familien, die im Projekt gefördert werden
  • die laufenden Kosten der Kinder- und Jugendhäuser
  • die Therapeutinnen für die Frauen
  • die Jugendbetreuer/innen
  • den Aufbau einer gesicherten Existenz für die Frauen.

Es können beliebig viele Patenschaften erworben werden. Der Jahresbetrag pro Patenschaft wird jeweils im Januar abgebucht.

Hier finden Sie den
Patenschafts-Antrag


Wie lange dauert eine Projektpatenschaft?

Die Projektpatenschaft läuft auf unbefristete Zeit. Sie kann mit drei Monaten Kündigungsfrist zum Jahresende ohne Angabe von Gründen gekündigt werden. Andernfalls verlängert sich die Patenschaft um ein weiteres Jahr.

Die Projektpatenschaft ist steuerlich absetzbar.

Sie erhalten zu Beginn jedes Jahres automatisch eine Spendenbescheinigung von uns, die Sie beim Finanzamt einreichen können.

zum SeitenanfangHier finden Sie den
Patenschafts-Antrag 


Aktionen

„Unterstützung Osteuropa“ organisiert Benefiz-Veranstaltungen (z.B. Kino-Abend für einen guten Zweck, siehe Abbildung), Vorträge, Produktverkauf auf Wochenmärkten, Zeitungsberichte und weitere Aktionen zur Öffentlichkeitsarbeit und Spendengewinnung.